Der Verein


1874 wurde das Fußballspiel erstmals in Deutschland von Konrad Koch eingeführt, einem Braunschweiger Lehrer. Der Fußball musste in Deutsch-land viel länger um seine gesellschaft­liche Anerkennung ringen, denn deutsche Lei­besertüchtigung war gleichbedeutend mit dem in Schule und Militär fest verankerten Turnen. Der Vater der deutschen Turnbewegung, Friedrich Ludwig Jahn, hatte dieses System 1810 geschaffen, um die deutsche Jugend auf den Befreiungsschlag körperlich vorzubereiten.

Der Fußball bekam durch die Gründung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erst 1900 einen übergeordneten Verband. Im selben Jahr wurde der Fußball olympisch und allmählich Länder übergreifend. Österreich war 1924 der erste kontinentaleuropäische Staat mit einer Liga für Berufsfuß-ballspieler. Drei Jahre später initiierte der Österreichische Fußball-Bund den ersten bedeutenden internationalen Wettbewerb für Vereinsmann-schaften (Mitropa-Cup), der als Vorläufer des heutigen UEFA-Pokals gilt.

1930 wurde von der FIFA auf Initiative von Jules Rimet und Enrique Buero die erste Fußball-Weltmeisterschaft in Uruguay (Weltmeister: Uruguay) ausgerichtet. Die deutsche Mannschaft verzichtete damals aus Kostengründen auf die Reise nach Südamerika. Der europäische Fußballverband UEFA wurde 1954 in Basel/Schweiz gegründet und richtet bereits seit 1955 den Europapokal der Landesmeister und seit 1960 den Europapokal der Nationen aus, der 1968 in Europameisterschaft umbenannt wurde.


Die Anfänge des Jengener Fußballs gehen auf die Jahre des Ersten Welt-krieges zurück. Ohne eigenes Sportgelände fuhr man damals – vorrangig per Fahrrad – zu den Auswärtsspielen nach Blonhofen, Leeder oder Dirlewang. Gastwirt Franz Josef Höfler stellte im Frühjahr 1927 eine Wiese am Nordausgang des Dorfes zur Verfügung, die zu einem Sportplatz aus-gebaut wurde. Noch im gleichen Jahr wurde der FC Jengen in Anlehnung an den damals ruhmreichen 1. FC Nürnberg gegründet.

Im Juni 1929 erfolgte die offizielle Sportplatzeinweihung im Rahmen eines Pokalturniers. Der FC Jengen setzte sich gegen seine Gäste aus Leeder, Blonhofen und Dirlewang durch und feierte somit seinen ersten Erfolg. Im Sommer 1933 bestritt der FC Jengen sein erstes Punkt­spiel in der Ver-bandsrunde gegen die Zweite Mannschaft des SV Ober­germaringen (3:3). Bereits im Sommer 1934 musste sich der FCJ aufgrund der wachsenden Bedeutung des Dritten Reiches wieder aus der Punkterunde zurückziehen.

1947 wurde zwei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges der FC Jengen im Gasthaus Wagner neu gegründet und über intensive Jugendarbeit eine neue Seniorenmannschaft herangeführt. Im Sommer 1958 schafft die 1. Mannschaft den größten Erfolg der bisherigen Vereinsgeschichte, der für fast 50 Jahre nicht wieder erreicht werden sollte: die Meisterschaft in der damaligen C-Klasse Kaufbeuren. Im Jahr darauf muss man allerdings durch Verlust wesentlicher Leistungsträger direkt wieder absteigen.

Bis zum Jahr 2005 muss der FC Jengen warten, ehe er wieder einen solchen Erfolg feiern kann. Im April 2005 macht die Mannschaft um Trainer Peter Kühn bereits sechs Wochen vor Saisonende in Loppenhausen die zweite Meisterschaft in der Vereinsgeschichte wahr. Im Gegensatz zur `58er-Mannschaft spielt das Team nicht gegen den Abstieg, sondern erneut um den Aufstieg in die Kreisliga mit und etabliert sich fortan in der Kreisklasse.

Auch außerhalb der Punktspielrunden feiert der FC Jengen Erfolge. Im Januar 2008 qualifiziert sich das Team unter Führung des neuen Trainers Thomas Bönsch zum ersten Mal für die Endrunde der Ostallgäuer. Im Toto-Pokal erreicht das Team 2008 die 5. Runde, setzt sich dabei unter anderem gegen den Bezirksliga-Absteiger BSK Olympia Neugablonz (4:3) durch und verliert erst gegen den Bezirksligisten FSV Lamerdingen im Elfmeterschießen unglücklich. 
Heute ist der FC Jengen ein Sportverein mit ca. 500 Mitglieder in den 5 verschiedenen Abteilungen: Fussball, Aikido, Stockschützen, Turnen, Fechten.